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Japan first: Europas kultureller Suizid für Japaner keine Option

Japan war im Laufe seiner Geschichte nie ein Einwanderungsland. Es hat sich auch nach der durch die Amerikaner im 19. Jahrhundert erzwungenen Öffnung seine ethnische Homogenität und kulturelle Eigenständigkeit bewahrt. Bei den jüngsten Oberhauswahlen hat die Bevölkerung ein eindeutiges Zeichen gesetzt: Daran darf sich auch künftig nichts ändern.

Die Oberhauswahl am 20. Juli löste ein politisches Beben aus, das nicht nur in Japan, sondern bis nach Europa spürbar war. Die deutsche Mainstreampresse schrieb aufgeregt von einem Rechtsruck in Fernost, vom überraschenden Wahlerfolg der „Rechtsextremisten“. Im Tagesspiegel wetterte ein Experte über den Erfolg der „xenophoben, nationalistischen, revisionistischen und populistischen“ Sanseito-Partei – mehr Diffamierung ist angesichts einer solchen Aneinanderreihung linker Kampfbegriffe kaum möglich. Die junge Partei hat der konservativen Regierung eine schwere Niederlage beschert, die Koalition aus Liberaldemokratischer Partei (LDP) und Komeito hat nach der verlorenen Unterhauswahl auch ihre Mehrheit in der zweiten Kammer des japanischen Parlaments eingebüßt.

Weil die Analysen und Einschätzungen der europäischen Mainstreammedien und Politikexperten bei Wahlerfolgen rechter Parteien immer, so auch in diesem Fall, reflexhaft, oberflächlich und damit wert- sowie erkenntnislos sind, lohnt sich ein genauer Blick nach Japan. Die rechte Kleinpartei, die 2020 gegründet wurde und die die Corona-Maßnahmen der Regierung kritisiert hatte, verfügte bisher nur über einen Sitz im japanischen Oberhaus. Bei der Wahl im Juli erreichte sie 15,67 Prozent und damit 15 Sitze. Verantwortlich für den Wahlerfolg von Sanseito ist ihr Gründer und Vorsitzender Sohei Kamiya, ein ehemaliger Supermarktmanager und Englischlehrer. Der Trump-Fan, der seine Partei unter anderem mit der AfD vergleicht, ist mit dem Slogan „Japan first“ in den Wahlkampf gezogen.

Ähnlich wie in Europa, aber deutlich weniger radikal, werden Kamiya und seine Partei vom japanischen Establishment als rechtsextrem angefeindet und bekämpft. Der politische Kommentator Edo Naito schreibt in der Japan Times: „Progressive Medien brandmarkten Sanseito umgehend als ‚rechtsextrem‘, ‚fremdenfeindlich‘, ‚populistisch‘, ‚nationalistisch‘, ‚anti-etabliert‘ und ‚ultrakonservativ‘. Man merkt immer, wenn Japans liberale Presse ernsthaft beunruhigt ist.“ Was die linke Presse beunruhigte: Sanseito hatte die Zuwanderung erstmals in Japan zum Wahlkampfthema gemacht und konnte damit punkten, weil die Bevölkerung die aktuellen Entwicklungen mit großer Skepsis betrachtet.

Autor Werner Reichel in Kyoto

Japan ist zwar Lichtjahre von den katastrophalen europäischen Verhältnissen und Entwicklungen entfernt, es gibt weder eine nennenswerte importierte Gewaltkriminalität, keine Armutsmigranten, die die Sozial- und Gesundheitssysteme überfordern würden, und auch keine ins Land geholten ethnischen oder religiösen Konflikte, aber viele Japaner sind über die in den vergangenen Jahren steigenden Zahlen von Zuwanderern beunruhigt. Ende 2024 lebten 3,7 Millionen Ausländer in Japan, was bei einer Gesamtbevölkerung von 124 Millionen Menschen einem Ausländeranteil von 3 Prozent entspricht.

Das ist gemessen an EU-Willkommensstaaten wie Deutschland oder Schweden, wo der (offizielle) Ausländeranteil bei 15 bzw. 20 Prozent liegt – aufgrund der Turbo-Einbürgerungen aber in Wahrheit wesentlich höher ist – nicht zu vergleichen. Die Japaner sind aus kulturellen und historischen Gründen in dieser Frage deutlich sensibler als die Europäer.

Sie sind vor allem beunruhigt, weil sich die Zuwanderung in den vergangenen Jahren beschleunigt und sich das Land – vor allem in den beiden zentralen Ballungsräumen Tokyo und Osaka/Kyoto merkbar verändert hat. Allein im vergangenen Jahr sind 360.000 Menschen zugewandert. Aufgrund des Geburten- und Fachkräftemangels holt die japanische Regierung mit Aufnahmeprogrammen Arbeitskräfte aus Südostasien vor allem für technische Berufe ins Land. Japan betreibt also eine deutlich klügere und  kontrolliertere Zuwanderungspolitik als etwa Deutschland. Die Migranten werden nicht nur nach ihrer Qualifikation, sondern auch nach ihrer Herkunft ausgewählt, um ethnische und religiöse Konflikte zu vermeiden. Man achtet darauf, die kulturellen Unterschiede zwischen Migrantenmilieus und einheimischer Bevölkerung gering zu halten. Der Großteil der in Japan lebenden Ausländer sind deshalb Chinesen, Koreaner, Vietnamesen, Filipinos und japanisch-stämmige Brasilianer. Der Anteil der Muslime an der Gesamtbevölkerung ist mit 0,2 Prozent niedrig. Japan hat dank  dieser pragmatischen und an den Interessen des Landes orientierten Politik kaum Probleme mit Zuwanderung und Zuwanderern.

Tokugawa Ieyasu: Begründer und erster Shogun des Tokugawa Shogunats

Diese Politik  hat in Japan eine lange Tradition, das Land war während des Tokugawa-Shogunats (1603–1868) vom Ausland fast komplett abgeschottet – auf die Ausreise stand die Todesstrafe und Ausländer durften nicht einreisen. Auch die durch die Amerikaner ab 1853 erzwungene Öffnung des Landes beschränkte sich weitgehend auf die Handelsbeziehungen und den Wissenstransfer. Dass das weiterhin so bleiben soll, dafür haben viele Japaner am 20. Juli gestimmt. Man weigert sich, so wie viele EU-Staaten, allen voran Deutschland, kulturellen Suizid zu begehen, zumal der Schuldkult, der die deutsche Politik bis heute prägt und mit dem die Bevölkerung systematisch moralisch erpresst wird, beim Weltkriegsverlierer Japan nie verfangen hat.

Im Gegensatz zu den pseudobürgerlichen europäischen Kräften wie der Europäischen Volkspartei (EVP) scheint die konservative Regierung in Tokyo die Botschaft der Wähler, den Grund für den „Rechtsruck“ nicht nur verstanden zu haben, sondern auch ernst zu nehmen. Premier Shigeru Ishiba hat umgehend eine Task Force zur Bekämpfung von „Verbrechen und ordnungswidrigem Verhalten durch Ausländer“ gegründet und angekündigt, die Zahl der illegalen Ausländer in Japan auf null zu reduzieren.

Die Forderungen von Sanseito gehen aber weit über solche Zugeständnisse hinaus: So soll, wie es im Parteiprogramm heißt, an nichtansässige Ausländer kein Land verkauft werden dürfen, eingebürgerte Ausländer sowie deren Kinder und Enkelkinder keine öffentlichen Ämter bekleiden oder öffentliche Beamte werden dürfen. Zudem soll das  ohnehin strenge Einbürgerungsprozedere weiter verschärft werden.

Der Erfolg von Sanseito  beruht aber nicht nur auf dem Migrationsthema, die Partei will vor allem die traditionellen japanischen Werte wiederbeleben, die Familie in den Mittelpunkt ihrer Politik rücken und das Amt des Kaisers aufwerten. Sanseito spricht, wie auch andere patriotische Kräfte, jene Wähler an, die sich von den etablierten Parteien mit ihrer globalistischen Politik nicht mehr vertreten oder gar verraten fühlen. Auf der Internetseite der Partei (sanseito.jp) steht prominent die Botschaft: „Haben Sie keine Partei, die Sie wählen können? Dann sind wir für Sie da.“ Ihre Japan-zuerst-Strategie umreißt die Partei so: „Unser kostbares Land, das unsere Vorfahren beschützt haben, wird eines Tages untergehen, wenn die bestehende Parteipolitik stets die Interessen ihrer Mitglieder in den Vordergrund stellt.“ Mit diesen Ansagen und Forderungen konnte Sanseito mit einem auf die sozialen Medien fokussierten Wahlkampf nicht nur bei den jungen Wählern, sondern, wie Wählerstromanalysen zeigen, auch bei den über 60-Jährigen punkten.

In einem traditionsbewussten Land, in dem sich auch die politischen Kräfteverhältnisse in den vergangenen Jahrzehnten  kaum verschoben haben – die LDP regiert mit wenigen und kurzen  Ausnahmen seit den 1950ern –, ist der schnelle Aufstieg von Sanseito und anderer rechter Kräfte ein eindeutiges Zeichen, nahezu eine Revolution. Die Bevölkerung hat gegen eine globalistische Gleichschaltung ihres Landes votiert, sie will vor dem Hintergrund des niedergehenden Europas, dass ihre Heimat nicht dieselben tödlichen Fehler wie Brüssel, Berlin und Paris begeht. Die Japaner haben erkannt, dass man die auch in ihrem Land massiven Probleme wie Überalterung, niedrige Geburtenzahlen, Fachkräftemangel und hohe Schuldenlast, keinesfalls durch Massenzuwanderung lösen kann. Sie  blicken nach Deutschland, Frankreich oder Großbritannien und wissen, was und wie viel sie zu verlieren haben.

Der Autor dieser Zeilen, der schon einige Male Japan besucht hat, konnte sich bei seinem letzten Aufenthalt vor wenigen Wochen davon überzeugen, wie groß der zivilisatorische Abstand zwischen Japan und dem multikulturalisierten bzw. islamisierten Europa in den vergangenen Jahren geworden ist, um wie viel sicherer, sauberer, disziplinierter, konfliktfreier, politisch stabiler Japan ist und welche unschätzbaren Vorteile ein ethnisch und kulturell homogenes Volk hat, das über einen starken inneren Zusammenhalt, gemeinsame Werte, Traditionen, Ziele und eine intakte Heimat verfügt.

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